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Biografien

Eliphas Levi (1810-1875)

Eliphas Levi, dessen bürgerlicher Name Alphonse Louis Constant lautete, wurde 1810 als Sohn eines Schuhmachers geboren. Interessant zu wissen ist, das es sich bei dem Namen Eliphas Levi um eine Hebraisierung seiner beiden Vornamen handelt.

Um ihm eine angemessene Ausbildung zukommen zu lassen, wurde er zur Ausbildung in die katholische Kirche von St. Sulpice geschickt. Seine, dem dortigen Lehrkörper, gegensetzlichen Denkweisen über Magie und Okkultismus, erleichterten ihm nicht grade seine Ausbildung, dennoch war seine Ausbildung zum Theologen von Erfolg gekrönt.

Aufgrund seiner sozialreformischen Schriften und Tätigkeiten wurde er später jedoch nicht nur mehrfach inhaftiert, sondern auch von der Kirche ausgeschlossen.
Sein magischer und okkulter Weg wurde von einem Mann namens Ganneau geprägt, der sich selbst als die Reinkarnation von Louis XVII hielt, und zudem behauptete ein Prophet zu sein. Als Anhänger dessen vertiefte er sich in die Arbeit um Magie und Okkultismus.

Eliphas Levi heiratete 1846 die 18 Jahre alte Noemie Cadot. Die aus dieser Bindung geborene Tochter starb bereits im Kindesalter. 1853 trennten sich Levi und Cadot, jedoch wurde diese Ehe erst 1865 rechtskräftig beendet.

Er bezog seinen Lebensunterhalt aus dem Unterrichten des Okkulten und seiner Schriften, bevor er 1854 nach London auswanderte, um dort Erfahrungen in der Nekromatie zu machen. Es halten sich verschiedene Geschichten darüber, demnach Levi den Geist von Appolonius von Tyana (einem sehr alten Magier) beschworen hat. Eine Auslegung will hier kurz erzählt werden: Nachdem Levi mehrere Wochen der Vorbereitung auf diese Beschwörung verwand hat (u.a. hat er zwei Wochen vegetarisch gelebt, gefolgt von einer Woche fasten), kleidete er sich dem Anlass entsprechend in eine weisse Robe, und betrat einen rundherum mit Spiegeln ausgekleideten Raum. In dessen Mitte war ein mit weisser Schafshaut bedeckter Tisch, der mit zwei Räucherschalen und einigen Ritualgegenständen versehen war. Nachdem er sein Räucherwerk entzündet hat, soll er mit einer 12stündigen Beschwörung angefangen haben, in dessen Verlauf es laut Levi immer kälter in dem Raum wurde, und zum Ende der 12 Stunden sogar der Boden gebebt haben soll. Dieses Beben wurde begleitet von einer Erscheinung in einem der Spiegel, wodrauf Levi dem offenbar anwesenden Geist befahl zu erscheinen. Erst nach dem dritten Befehl erschien dann der Geist des Apollonius von Tyana.

Eliphas Levi erschrak, und durch eine Berührung Levi´s Ritualschwertes durch den Geist, wurde sein Arm taub. Er liess das Schwert fallen, und lief davon. Trotz des offensichtlich nicht korrekt durchgeführten Rituales behauptete Levi später, das der Geist, auf eine unausgesprochene Frage telephatisch mit den Worten "Tod, Tod" geantwortet hätte. Die Frage auf die Antwort blieb jedoch ungewiss. Levi nahm zudem für sich in Anspruch auch später diesen Geist zu wiederholten Malen beschworen zu haben.

Levi, dessen weiterer magisch/okkulter Weg unter anderem auch von Hoene-Wronski beeinflusst wurde, vertrat vor allem folgenden drei grundlegenden Gesetze der Magie:
1: Das Gesetzt der Willenskraft. Es gibt eine materielle Gegebenheit, eine Emanation des Menschen, die Dinge bewirkt - den Willen. (Diese Vorstellung ist offensichtlich von der Fluidallehre der Mesmeriten beeinflusst) Die Zeichen und Rituale der Magie sind Hilfsmittel, diesen Willen zu steigern.
2: Das Gesetzt vom astralen Licht (auch keine originäre Vorstellung Levis)
Dem Weltäther vergleichbar ist das astrale Licht eine feinstoffliche Substanz, die das Universum erfüllt und motorische Wirkungen weiterleitet - so erklärt Levis die Psychokinese
3: Das Gesetzt der Korrespondenz. Hier greift Levi alte Makrokosmos-Mikrokosmos-Lehren auf: Der Mensch ist ein magischer Spiegel des Universums. Jedes Objekt, jeder Faktor im All hat seine Repräsentanz (Entsprechung) im Menschen. Deshalb ist es in der rituellen Magie möglich, in der Invokation diese äusseren Repräsentanten herabzurufen. In der Evokation hingegen werden die inneren Repräsentanten hervorgerufen. Gibt es eine materielle Basis (z.B. Blut) , so ist es möglich, dass die herbeigerufene Repräsentanz, die aus der Tiefe des Magiers stammt, sich physisch manifestiert. (Man kann in Analogie zur Tiefenspchyologie von einer magischen Projektion sprechen)

Nachzulesen sind diese Gesetze auch in seinen Schriften. Zu diesen zählen vor allem :
"Das Dogma und Ritual der Hohen Magie" das 1861 herausgegeben wurde , in dem Levi sich in 22 Kapiteln den 22 grossen Arkanen des Tarot widmet, denen er jeweils einen hebräischen Buchstaben und einen Aspekt Gottes zuweist. Gefolgt von den Veröffentlichungen "Die Geschichte der Magie" , "Transzendentale Magie 1&2", "Der Schlüssel der grossen Mysterien" und weiteren Büchern.

Levi, der selber zugab von einem Schriftsteller namens Francis Barret beeinflusst worden zu sein (seiner Zeit versuchte er im 18.Jahrhundert die Magie wiederzubeleben, jedoch ohne Erfolg), beeinflusste selber wie kaum ein anderer die Wege vieler magisch/okkulter Interessierter. So z.B. den des Schriftstellers und Okkultisten Sir Edward Bulwer-Lytton (Die letzten Tage von Pompeii), den Levi 1861 in England besuchte. Mit ihm zusammen trat Levi einer okkulten Gruppe bei und studierte gemeinsam Magie, Astrologie, und andere okkulte Dinge. Bis zu seinem Tod im Jahre 1875 verdiente Levi seinen Lebensunterhalt mit seinen Schriften und Lehrstunden des Okkulten.

Levis Wissen und seine Magie waren berühmt , und so übernahm der 1888 gegründete "Hermetic Orden of the Golden Dawn" seine Magie. Selbst "the great beast" Aleister Crowley betitelte sich als die Reinkarnation Levis.

Caspera
   
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