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Entwicklung | Die
alte Zeit | Christentum und Hexerei | Hexenverfolgung
| Hexenwahn
Entwicklung des Hexenwesens
Altertum
Die Grundlagen werden geschaffen. Die Assyrer und Babylonier kannten die
auf Besen reitenden Hexen. Geistesgeschichtliche Entwicklung der Griechen.
Der Glaube an Zwischenwesen, die man als Mittler zwischen Mensch und Gott
versteht, wird gefestigt. Dies wird in der römischen Götterlehre
und in der Glaubensstruktur verzerrt. Der Glaube an Dämonen wird
im Bewusstsein des Volks gefestigt.
4. Jahrhundert
Die christliche Religion kommt hinzu und wird als Staatsreligion hoffähig.
Sie übernimmt und modifiziert antike Dämonologie. In diesem
Jahrhundert beginnt das Verhängnis.
391 n. Ch.
Das Christentum wird offiziell als Staatsreligion ernannt.
Und alles, was den Stand und das Ansehen der Kirche zu bedrohen scheint,
wird versucht zu eliminieren.
400 - 1250
Der Aberglauben wird gefestigt. Teilweise wird mit Gewalt die Christianisierung
in Landstrichen Europas erzwungen. Andere Glaubensformen werden be- und
verdrängt. In dieser Zeit begann man damit, das weibliche Geschlecht
als etwas negatives darzustellen.
1000
Vorerst duldet die katholische Kirche keine Personen, die mit dem Teufel
in Verbindung stehen oder sich in teuflischen Künsten üben.
Den Hexenglauben aber leugnen sie. Aufgrund der Verbreitung von hätetischen
Sekten in europäischen Ländern nimmt die Kirche den Kampf gegen
die Ketzerei und Zauberei auf.
1179
ruft das Lateran-Konzil die weltlichen Mächte zur Bekämpfung
der Ketzerei auf, und beginnt eine entsprechende Kampagne. Die bischöflichen
Gerichte führen die Inquisition ein.
Um 1200
gibt die Kirche das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen
auf.
Angeblich findet der erste Prozess 1264 in Frankreich statt.
1230 - 1430
In diesem Zeitalter beginnen die Ketzer-und Inquisitionsprozesse. Dem
Volk wird der Glaube an den Teufel auferzwungen. Gleichzeitig wird der
Hexenbegriff gefestigt.
1470 - 1480
Der Hexenbegriff wird an das Teufelsdogma gekuppelt. Christliche Hexenbücher
erscheinen. Sie gelten eigentlich dem Kampf gegen den Teufel, zielen jedoch
auf die Vernichtung der Hexerei.
1484
erwirken die Inquisitoren und Dominikaner Sprenger und Insitoris Kramer
von Papst Innozenz VIII einen Erlass, der ihnen die alleinige Zuständigkeit
für die Hexenverfolgung sichert. Sie veröffentlichen auf Ersuchen
des Papstes den "Hexenhammer" (Malleus Melleficarum). Er beinhaltet
sämtliche Elemente der Hexerei sowie das System der Ausrottung und
Vernichtung. Durch den Buchdruck wird er weit verbreitet. Er wird zum
Leitfaden der Hexenrichter und bis 1669 wird er in verschiedenen Sprachen
29mal verlegt.
1493
In Spanien werden rund 100 000 Menschen der Ketzerei angeklagt, 10 000
davon werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
nach 1500
Einzelne und später grösser angelegte Hexenverfolgungen durch
Kirche und Staat finden statt.
um 1580
Höhepunkt der Hexenbrände im Zusammenhang mit Reformation, Gegenreformation
und Jesuitismus. Die Hexenverfolgung- und verbrennungen lassen nach.
1585
Auf Befehl des Erzbischofs von Trier werden unzählige angebliche
Hexen verbrannt.
So viele, dass in einigen Dörfern jeweils nur zwei Frauen am Leben
blieben.
1610
In Holland findet die letzte Hexenverbrennung statt.
1630
Der Bischof von Würzburg gibt den Befehl, 1200 Frauen und Männer
als Ketzer und Hexen zu verbrennen. Im gleichen Jahr wird auch die Hinrichtung
von 600 Frauen (und etlichen Männern) vom Erzbischof von Bamberg
angeordnet.
1632/ 1633
Prozess gegen Galileo Galilei, der seinen ketzerischen Thesen (die Welt
ist nicht der Mittelpunkt des Universums) abschwören muss, um dem
Feuertod zu entgehen.
Mitte 17. Jahrhundert
Von der Hexenverfolgung wird durch den 30-jährigen Glaubenskrieg
abgelenkt und es findet eine Verschiebung statt. Nach Ende folgen weitere
Höhepunkte menschlicher Grausamkeit. Protestanten und Katholiken
buhlen um die Gunst des Teufels.
1676
Auf Geheiss des Erzbischofs von Salzburg werden 97 Frauen verbrannt.
Sie sollen eine Viehseuche "herbei gezaubert" haben.
1684
In England findet die letzte Hinrichtung einer Hexe statt.
ab 1700
Durch Zurücknahme der Folter vermindern sich die Prozesse. Aufklärende
Tendenzen beginnen. Die Männer, die den Hexenwahn schon lange bitter
bekämpft hatten, der Jesuit Friedrich Spee, der Reformierte Balthasar
Bekker, Christian Thomasius und Johann Weier, fanden langsam Gehör.
1745
Letzte Hinrichtung einer Hexe in Frankreich
1775
In Deutschland wird zum letzten Mal ein Scheiterhaufen angezündet.
1782
Letzte Hinrichtung einer Hexe in der Schweiz.
1792
In Polen wird zum letzten Male einer Frau der Hexenprozess gemacht: Todesurteil,
das natürlich schon vor der Verhandlung klar war.
ab 1800
Der Teufel nimmt eine untergeordnete Stellung ein. Nur wenige Fälle
von Hexenverfolgung werden bekannt. Das Hexenbild wandelt sich im Volksbewusstsein
zum märchenhaften, naiven und lächerlichen. Die Hexen werden
in Märchenbücher aufgenommen.
1952
In England wird das letzte Gesetz gegen Hexerei aus den Büchern gestrichen.
1954
In diesem Jahr wird in England der letzte Hexenprozess geführt, welcher
sich auf ein Gesetz aus dem Jahre 1754 beruft.
20 Jahrhundert; 2 Hälfte
Trend zur "schwarzen" Magie nimmt zu. Das Hexenwesen spielt
sich in Zirkeln und privaten Kreisen ab.
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