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Jahreskreisfeste

Lammas 1. August

Allgemeines
Lammas ist das erste Erntefest und der Beginn der Haupternte. Wahrscheinlich hat es ein älteres Fruchtbarkeits - Fest ersetzt. Auch Lammas ist, wie die meisten anderen Hochfeste, ein Feuerfest, aber auch ein Erdfest und Fruchtbarkeitsfest.
Lammas bedeutet "Getreidemutter". Es ist eines der ältesten Feste überhaupt und symbolisiert die Wiedergeburt und die Erfüllung, sowie den Überfluß.

In vielen Kulturen wird dieses Fest als der jahreszeitliche Tod angesehen - ein Wendepunkt im Ablauf der Natur. Die Vegetation stirbt - die Ernte muß eingefahren werden, um Platz für neues Leben und Wiedergeburt zu schaffen und den Kreislauf von Neuem beginnen zu lassen.

In den letzten Wochen konnten wir Beeren, Gemüse und Kräuter ernten, doch das wichtigste Nahrungsmittel - das Getreide - wird jetzt reif. Außerdem beginnt die Ernte von Äpfel, Birnen und andere Früchten. Auch die Bauern beginnen mit der Haupternte.

Im Verlauf des Frühlings und Sommers haben die Menschen freudig, aber auch besorgt beobachtet, wie Korn und Obst gewachsen sind, und immer noch ist die Ernte nicht sicher vor plötzlichen Schlechtwettereinbrüchen oder Trockenheit.


Andere Bezeichnungen
Fest der ersten Früchte, Hlaf-mass ( altengl. = loaf-mass, "Laib-Messe", Fest des Brotes ), Schnitterfest, Kornfest, Kräuterweihe

Noch einiges zur Bezeichnung "Lughnasad". Die Bedeutung besagt, so erfahren wir meist, daß es "zu Ehren des Sonnengottes "Lugh" gefeiert wird. Ein genauerer Blick in die mythologischen Quellen und das irische Brauchtum offenbart, daß an Lughnasad nicht Lugh selbst gefeiert wurde, sondern daß dieser das Fest zu Ehren seiner Ziehmutter Taillte begründete. Lughnasad bedeutet : "das Erinnerungsfest des Lugh", wobei diese sprachliche Form sich eben auf "das Fest des Lugh für Taillte" und nicht für ihn selber bezieht, was später falsch interpretiert wurde.

Gottheiten, die mit diesem Fest in Verbindung gebracht werden
Lammas - eine sehr alte keltische Göttin, die hochverehrt wurde. Lammas bedeutet "Brotmutter". Sie war also eine Getreidemutter, Erntegöttin und Fruchtbarkeitsgöttin

Taillte - (irisch-keltisch) Sie galt als Verkörperung der Naturkräfte und des Erdbodens und war die Ziehmutter und Amme des Lichtgottes Lugh.

An diesem Fest können aber auch alle anderen Erntegötter, Getreide- und Korngötter, Muttergottheiten und Fruchtbarkeitsgötter verehrt werden, z.B. Demeter, Gaia, Ceres u.s.w.

Wie kann ich meinen Altar gestalten?
Bei den Farben für den Altar scheiden sich meistens die Geister, da in jedem Buch andere Vorschläge stehen.

Vorschläge wären:
- Korn - gelb, blau, rot, gelb ...also Feldblumen- und Erntefarben

Als Blumenschmuck eignen sich Kräuter, Feldblumen, Sonnenblumen, Kornblumen, Mohn, Kornähren, Zweige von Beerensträuchern, z.B. Brombeerzweige

Als Dekoration für den Altar eignen sich Brot und Früchte, Lammas-Plätzchen, Getreide- und Kräuterkränze, Kornpuppen, Getreidebündel und Sichel.

Räucherungen
Für Lammas sind frische, fruchtige Räucherungen, die den Duft der Erntezeit in sich tragen geeignet. z.B.:

Weihrauch, Sandelholz, Brombeerblätter, und Blütendüfte (Rose, Heidekraut/Erika, Apfelblüten)

Einige Symbole, Rituale und Bräuche
Lammas ist das erste Erntefest. Es zeigt den Beginn der Haupterntezeit an.
Deshalb sind die Rituale und Bräuche dieses Festes damit verknüpft.

Es ist die Zeit der Ernte dessen, was man gesät hat.
Man bereitet sich vor innerlich Abschied von diesem Jahr zu nehmen.
Es ist also eine weitere Möglichkeit der Danksagung für die bisherigen Gaben. Früher wurden an diesem Tag oft Menschenopfer dargebracht, heute werden zu Lammas symbolische Kornpuppen und Brotkrumen geopfert und ins Feuer geworfen.

Die letzte Garbe, spielte eine ebenso bedeutungsvolle Rolle wie die erste, welche schweigend geerntet wurde. Unsere Vorväter glaubten nämlich, im Korn wohne ein Dämon, ein unberechenbarer Geist, den die Schnitter in seiner Ruhe störten.
Also mußte er von einem Stück gemähten Feldes ins andere fliehen, bis ihm nur noch die letzte Garbe übrig blieb. In und mit ihr war der Korngeist endlich gefangen. Die letzte Garbe blieb oftmals zusammengebunden stehen, sie wurde nicht geschnitten und war das Ernteopfer für die Vögel oder sie sollte als die Kraft und die Fruchtbarkeit in die Saat für das nächste Jahr eingehen. Deshalb mengte man die Körner der letzten Garbe unter das Saatgut.
Zur Eröffnung der Erntezeit stehen hier nicht nur das Getreide und Brot im Mittelpunkt, sondern auch die Kräuter, daher gibt es neben der Bezeichnung Schnitterfest auch noch die Kräuterweihe.

Bei den Kelten war es das große Sommertreffen, um Ernteangelegenheiten abzusprechen und für das kommende Jahr zu planen. Es waren die letzten großen sommerlichen Feste des Jahres, und zu einer Zeit, als lange Reisen noch beschwerlich und im Winter oft unmöglich waren, war es den Menschen wichtig, diese Gelegenheit für soziale Kontakte und verschiedene Angelegenheiten zu nutzen.
Man versuchte Streitfälle zu klären, stammespolitischen Entscheidungen zu fällen und sie dienten nicht zuletzt auch als Treffpunkt für die verstreut wohnenden Verwandten und als "Heiratsmarkt". Es gab den Brauch der "Tailltean marriage", der informellen Hochzeit, die für ein Jahr und einen Tag, bis zum nächsten Lughnasad-Fest, Gültigkeit hatte. Dann konnte das Paar entscheiden, ob man weiterhin zusammenbleiben und dies mit einer richtige Hochzeit besiegeln, oder die Verbindung lösen und auseinandergehen wollte.
Weiterhin ging es durchaus auch um ganz persönliche Dinge, das Ernten eigener Erfolge: Es gab Wettkämpfe und Spiele, auf die man sich den Sommer über vorbereitet hatte, die Pferdezüchter präsentierten stolz ihre besten Tiere, die Handwerker verkauften Gerätschaften, die für die Ernte gebraucht wurden, und.
Ebenso wichtig war es jedoch, Opfer und Rituale für eine gute Ernte zu vollbringen, der Natur für das sommerliche Wachstum zu danken und zu wünschen, daß man gut über den bevorstehenden Winter kam und die Ernte erfolgreich verlaufen würde und reichlich ausfallen würde.

Die Erntekronen, die bis zum nächsten Jahr im Haus oder Stall angebracht werden, begründen im keltischem Glauben, wie auch der Ursprung vieler heute noch stattfindenden August-Jahrmärkte, Erntefeste u.s.w., so auch der Vieh -Trieb. An Lammas wurden Pferde und Kühe durch tiefes Wasser getrieben, um sie für das kommende Jahr vor Krankheiten zu schützen.

Welche Speisen passen?
Die Zeit des Überflusses. Jetzt gibt es alles frisch und reichlich. So sollte auch die Lammas-Tafel aussehen.

Zu einem Lammas - Mahl gehören in erster Linie Brote, Brote, Brote. Es ist ein Erntefest und deshalb wird aus dem ersten Korn das Lammas-Brot gebacken.
Alle Dinge, die zur Zeit geerntet werden können, sind auch auf der Festtafel zu finden. Alles, was aus Getreide ( Gerste, Weizen, Roggen, Hafer ) zu machen ist. Kräuter und Blüten aus dem Garten. Obst, welches jetzt schon Erntereif ist (Kirschen, Äpfel, Beeren...) und Feldfrüchte, sowie Gemüse (Kohl, Salat, Rüben, Kartoffeln, Zwiebeln, Spinat u.s.w.), sowie Fleisch, Fisch und Wild.

Brot, Getreidespeisen, Lammas-Plätzchen und Lammas-Kuchen, Ringelblumenbrötchen wären einige Vorschläge.

Alles, was man schon aus den ersten Äpfeln machen kann paßt natürlich auch sehr gut. Versucht doch mal frittierte Apfelringe, oder Äpfel in Rotwein. Apfelgetränke passen auch sehr gut (z.B. Cidre, Apfelmost, Apfelwein). Natürlich passen auch alle anderen Fruchtweine.

Herzhafte Suppen und Gemüsesuppen (Hammel- oder Wildsuppe, Karotteneintopf), sowie Fleischgerichte (Steaks mit Waldpilzen), Geflügel (Hühnchen mit Mandelreis) oder Meerestiere (Hummer, Lachs, Hering).

Und natürlich auch frisches Gemüse, z.B. Spinat, Kartoffeln, Erbsen, Blumenkohl, Karotten und Pilze, Salate, sowie alles, was es im Moment frisch zu kaufen oder zu ernten gibt. Eßbare Blüten (Borretsch, Kapuzinerkresse, Ringelblumen) können natürlich auch verarbeitet werden.

Mab

 
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