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Es ist seltsam, dass ein so unauffälliges Kraut wie Eisenkraut so
vielen Kulturen als heilig galt. In Ägypten glaubte man, es sei aus
den Tränen der Göttin Isis entstanden, und griechische Priester
trugen seine Wurzel in ihren Gewändern. Weil es der Venus geweiht
war, bereitete man damit Liebestränke zu. Die chinesischen Namen
«Drachenzähnegras» und «Eisengras» deuten
auf verborgene Kräfte. Verbena war das römische Wort für
Altarpflanzen, die der Reinigung des Geistes dienten. Auch die Druiden
wuschen ihre Altäre mit Eisenkraut-Tee und gaben es zu ihrem Läuterungswasser,
das ihnen zu Visionen verhalf. Für die Magie, die mystischen Weisen
Persiens, war es das Kraut der Wahrsagung. Die Angelsachsen verehrten
Eisenkraut als mächtigen Beschützer; es ist in der Heiligen
Salbe enthalten, die gegen Krankheitsdämonen schützt.
Anbau
Standort: Sonne oder Halbschatten.
Boden: Fruchtbarer, gut dränierter Lehmboden.
Vermehrung: Im Frühling bei 18- 21 oC säen. Keimt unrégelmässig,
kann 3-4 Wochen brauchen.
Pflege: Auf 30 cm Abstand ausdünnen oder verpflanzen. Kann
im Haus gezogen werden.
Ernte: Blätter nach Bedarf, ganze .Pflanze, wenn blühend.
Aufbewahrung: Blätter oder ganze Pflanze trocknen.
Verwendung
Küche: Blatt: Wegen seines Rufs als Liebeskraut wurde Eisenkraut
in Gerichten und Likören verwendet.
Kosmetik: Blatt: Aus Tee aufgiessen und in Kompresse für müde
Augen oder entzündete Augenlider verwenden. Als Augenbad absieden.
Die Viktorianer betrachteten Eisenkraut als ausgezeichneten Haarfestiger,
besonders, wenn mit Rosmarin gemischt: Tee in die Kopfhaut massieren und
damit Haar spülen. Eisenkraut wurde verwendet in einem der ersten
kommerziellen Haar-Tonika.
Gesundheit: Ganze Pflanze: Als Tee aufgiessen zur Verdauungsförderung,
als beruhigenden Schlaftrunk nach nervöser Erschöpfung, zum
Entgiften und um den Urinfluss zu fördern, zum Waschen von Quetschungen
und zur Kühlung einer fiebrigen Stirn. Chinesische Kräuterärzte
verwendeten einen Absud, um die Menstruation in Gang zu bringen, bei Leberstörungen
und Infektionen der Harnwege. Blatt: Als Gurgelwasser gegen Halsweh aufgiessen.
Ein Umschlag aus getrockneten Blättern behandelt Wunden.
Achtung: Mit Vorsicht anwenden.
tuula
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