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Lexikon
H
Heidentum, Neu-Heidentum, Paganismus
Heide ist ein Begriff aus dem Christentum, mit dem ursprünglich alle
Menschen gemeint wurden, die nicht getauft waren und somit nicht christlich
(urspr. sogar nicht der katholischen Kirche angehörig). Heide kommt
von der Heide, weil die Landbevölkerung und die Bauern erst später
christianisiert werden konnten und diese wegen ihrer Verbundenheit zum
Land länger noch alte Bräuche pflegten.
In der Neuzeit wird der Begriff auch für Gläubige einer nichtmonotheistischen
Religion verwendet. Neu-Heidentum wird von Heiden verwendet, die sich
vom Heidentum, wie er ursprünglich verstanden wurde, distanzieren
wollen. Oder die auch ausdrücken wollen, dass sie ursprünglich
Christen waren und sich dann vom Christentum weg orientiert haben. Der
Begriff ist nicht mehr stark im Gebrauch. Paganismus ist das gleiche Wort
im Englischen, wird aber teilweise lieber gebraucht, da das Wort nicht
so vorbelastet ist, wie Heidentum. Andere benutzen Paganismus, weil sie
nicht ein christliches Vokabular zur Bezeichnung ihrer Religion nehmen
wollen.
Henochische Sprache
19 magische Anrufungen. Die henochische Sprache, die eine eigenständige
Sprache zu sein scheint, soll auf Atlantis gesprochen worden sein. Die
henochische Sprache wurde von Crowley für magische Operationen benutzt,
und La Vey legte sie in modifizierter Form seiner Satanic Bible zugrunde.
Hexe
im Volksglauben eine weibliche, meist ungewöhnlich hässliche,
selten aber auch verführerisch schöne, mit dem Teufel im Bund
stehende Gestalt mit dämonischen Kräften. Die Hexen reiten auf
Besen durch die Luft und versammeln sich auf abseits gelegenen Plätzen
zum Hexensabbat. Der Veröffentlichung des Hexenhammers folgten jahrhundertelang
Hexenprozesse; den Hexenverfolgungen fielen zahllose als Hexen verdächtigte
Frauen zum Opfer.
Hexengarten
Zauberkräuter des Mittelalters und ihre Wirkung
Hexenhammer
lateinisch Malleus Maleficarum, ein von den beiden Inquisitoren Sprenger
und Institoris verfasstes autoritatives Handbuch über das Hexen und
Zauberwesen (1487), das bis 1669 in 29 Auflagen erschien. Die päpstliche
Bulle des Papstes Innozenz VIII. von 1484 wurde als Geleitwort vorangestellt.
Die beiden ersten Teile enthalten eine Beschreibung des Treibens der Hexen
und eine genaue Auflistung ihrer Verbrechen.
Der dritte Teil stellt die Normen zur Durchführung der Hexenprozesses
auf und gibt Anweisungen zu ihrer Durchführung. Die Behexung betrifft
besonders das Verhältnis der Geschlechter. Impotenz des Mannes sei
die häufigste Folge der hauptsächlich von Frauen betriebenen
Hexerei. Bei den Frauen wird der Geschlechtsverkehr mit dem als Mann gedachten
Teufel hervorgehoben. Die Hexerei gilt nicht nur als kirchliches Delikt
(Abfall von Gott), sondern auch als ein weltliches (Crimen mixtum), weil
die Hexen durch die Zauberei Schaden zufügen. Deshalb sollten die
weltlichen Gerichte sie zum Tode verurteilen.
Hexenprozesse
die Verfolgung und Verurteilung von vermeintlichen Hexen etwa 1400-1700.
Die Hexenprozesse entwickelten sich zu Beginn der Ketzerverfolgung als
besonderes Verfahren der Inquisition; es wurden vorwiegend Frauen verfolgt.
Die Grundlage für die Hexenprozesse bildete die Dämonenfurcht.
Aufbauend auf der Theorie von Incubus und Succubus des Thomas von Aquin,
begannen die mit der Inquisition beauftragten Dominikaner die Hexenprozesse
in grossem Stil. Massgeblich für die Durchführung der Hexenprozesse
wurde das Buch Hexenhammer. Um Beweiszeichen für die Hexenprozesse
zu liefern, wurden Folter, Wasserprobe u. a. angewandt. Auch die protestantischen
Länder beteiligten sich an den Hexenprozessen, und Theologen wie
Juristen untermauerten sie. Die Hexenprozesse hatten überwiegend
den Charakter obszöner Schauveranstaltungen; die Vermischung von
religiösem Fanatismus und aufgestauter Sexualität ist nicht
zu übersehen. Auf evangelischer Seite nahmen dann Johannes Weyer
und Joh. Matthäus Meyfart, auf katholischer Seite die Jesuiten Adam
Tanner und F. von Spee (1631) entschieden gegen die Hexenprozesse Stellung
und besonders wirksam der Jurist Christian Thomasius (1701). Der letzte
der offiziellen Hexenprozesse in Deutschland fand 1793 in Posen statt.
Hexenreligion:
Druiden, Asatru, Wicca, Stregeria... Es gibt keine einheitliche Hexenreligion,
diese wird nur von ihren Praktizierenden so genannt. Eine magische und
mystische Religion, die unterschiedliche Traditionen umfasst, die aus
einer Verknüpfung mehrerer kultureller Quellen stammen. Aktuelle
Strömungen sind: Gardnerian, Alexandrian, Traditionelle Hexen aus
uralten Hexenfamilien, Keltische, Dianische, Skandinavisch/Germanische
und Schamanische Hexen. Der Unterschied liegt darin, dass eine Hexe manchmal
nur die Göttin, manchmal Gott und Göttin anbetet. Bei Asatru
z.B. ist genau definiert, dass es sich dabei um die Nordische Götterwelt
handelt.
Hexensabbate, Jahreskreisfeste
Samhain - 31. Oktober/1. November
Samhain ist das Neujahresfest der Hexen. Wir danken den Mächten für
ihr Wohlwollen und ihren Beistand. Gleichzeitig ist es auch der Tag an
dem Tote frei auf der Erde umherwandern können.
Wintersonnenwende - 21. Dezember
Dies ist die dunkelste und längste Nacht des Jahres. Die Sonne wird
wiedergeboren. Wir feiern die Geburt der Göttin Lucina.
Lichtmess - 1. Februar
Dies ist der Höhepunkt zwischen Wintersonnenwende und der Frühlingstagundnachtgleiche.
Wir feiern das zunehmende Licht.
Frühlingstagundnachtgleiche - 21. März
Tag und Nacht betragen die gleiche Länge. Von diesem Tage an wird
nun der Tag länger als die Nacht. Wir feiern den Tod und
die Fruchtbarkeit.
Walpurgisnacht - 30. April/1. Mai
Wir feiern die Vereinigung von Gegensätzen. Die Göttin und der
Gott vereinen sich. Dieses Fest findet am Vorabend statt.
Sommersonnenwende - 21. Juni
Dies ist der längste Tag des Jahres und die Tage werden kürzer.
Wir feiern die Sonne.
Lammas - 1. August
Dies ist das Fest des Überflusses.
Herbsttagundnachtgleiche - 21. September
Dies ist der Tag an dem die Hexen den Mächten für ihren Schutz
und ihre Begleitung danken.
Hydromantie
Weissagung aus dem Wasser.
Hylomantie
Weissagung, indem man Hölzchen auf den Boden wirft und anhand ihrer
Lage Schlussfolgerungen zieht.
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