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Zen
japanische Bezeichnung für eine buddhistische Sekte, deren Lehre
sich als Chan-Buddhismus im China der Tang- und Songzeit entwickelte.
Der Legende nach war der Chan-Buddhismus von dem indischen Mönch
Bodhidharma (japanisch Daruma) zu Beginn des 6. Jahrhunderts nach China
gebracht worden. Seine Anhänger strebten die Erleuchtung (japanisch
Satori) in diesem Leben an und wollten sie nicht durch das Studium der
heiligen buddhistischen Schriften, sondern durch eine auf Meditation und
praktische Arbeit aufgebaute Lebensführung erreichen. Die Chan-Schule
war beeinflusst vom Gedankengut des Daoismus und des Konfuzianismus und
hatte beträchtlichen kulturellen Einfluss, vor allem auf die Malerei.
Dem schlichten, jeden Luxus vermeidenden Ambiente der Klöster entsprach
die monochrome Tuschmalerei. Um 1150 spaltete sich der Chan-Buddhismus
in zwei Richtungen auf, die bis heute überlebt haben. In der Caodong-Schule
wird besonderes Gewicht auf das unbewegliche Sitzen gelegt. Sie geht davon
aus, dass alle Wesen von Geburt an die erleuchtete Buddhanatur besitzen
und den Zustand der Erleuchtung in ruhiger Meditation geniessen können.
Die Linji-Schule bekämpft das rationale Denken und benutzt Beschimpfungen
und plötzliche aggressive Attacken, um die Unmittelbarkeit des Satori
zu betonen.
Im Soto-Zen wird das Sitzen als Übung ohne jeden Zweck angesehen,
da der Mensch seit seiner Geburt erleuchtet ist. Weiter verbreitete sich
die Rinzai-Form. Sie fand ihre Anhänger unter den Samurai, die mit
Zen lernten, nicht mehr am Leben zu hängen und dem Tod furchtlos
zu begegnen. Die absichtslose Konzentration des Zen wurde zur Grundlage
der Kampftechniken, besonders des Schwertkampfs und des Bogenschießens,
und findet sich noch heute in allen asiatischen Kampfsportarten.
Der Einfluss des Zen auf die japanische Kultur der Muromachi- und Momoyamazeit
(14.-16. Jahrhundert) war umfassend. Mit den Bildern chinesischer Maler
war das Bokuseki ("Tuschespur") nach Japan gekommen, ein kalligraphischer
Schriftstil. Bokuseki-Malereien schmückten die Bildnische bei der
ebenfalls vom Zen geprägten Teezeremonie. Der schlichten Zen-Ästhetik
entsprachen auch die sparsame Einrichtung der rustikalen Räume aus
erlesenen Materialien, die gusseisernen Wasserkessel, die Teekeramik und
die kleinen Gärten, deren Anblick dem Gast zu innerer Sammlung verhelfen
sollte. Vom Zen beeinflusst vollendete sich das No-Theater. Noch heute
lassen sich ästhetische Zen-Einflüsse bis in die Blumensteckkunst
Ikebana verfolgen.
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