Grundlagen des Räucherns | Räucherutensilien | Räucherwerk | Mischungen | Lexikon

Einführung in die Räucherkunst

Am Anfang war das Feuer und der Rauch...
Für unsere Vorfahren war das Verbrennen von wohlriechenden Kräutern, Hölzern und Harzen aus dem Leben nicht wegzudenken. In allen alten Kulturen wurde geräuchert, und es war ein reichhaltiges Wissen darüber vorhanden. Den Göttern, die man sich im Himmel lebend vorstellte, opferte man edelstes Räucherwerk. Aus grossen Räucherbecken stiegen langsam dicke Rauchschwaden zum Himmel empor, um im Jenseits um Gnade und Wohlwollen zu bitten. Schon im alten Mesopotamien wurden Myrrhe, Zypressenholz und Kalmuswuzeln als Opfergaben verbrannt und in Babylon wurden pro Jahr fast 30 Tonnen Weihrauch verräuchert.
Es diente sakralen, zeremoniellen und rituellen Zwecken, um Gebete zu den Göttern zu tragen. Man desinfizierte mit Hilfe des Räucherns die Wohnräume, Krankenlager und Ställe, heilte Kranke, parfümierte Kleider und Gegenstände, beeinflusste das Träumen, erzeugte Visionen, verbesserte die Akustik in Kirchen und vieles mehr. Auch heute noch vertieft und unterstützt es Gebet und Meditation bei allen grossen Religionen.

Heute kennt man hauptsächlich Räucherstäbchen oder Räucherkegeln. Ebenfalls kennen die Meisten Duftlampen, die mit Wasser und Duftölen gefüllt werden. Die übliche Art aber war von jeher das Verbrennen von Räucherwerk auf glühender Holzkohle. Man benötigt dazu ein feuerfestes Gefäss, welches mit Sand gefüllt wird (einfacher, trockener Vogelsand aus dem Supermarkt reicht völlig). Auf den Sand legt man eine Räucherkohle, entzündet sie und wartet, bis sie vollständig durchgeglüht sind. Nun kann man seine Räuchermischung prisenweise auf die Kohle geben und lässt die Mischung langsam verglühen. Der aufsteigende Rauch trägt die Duftstoffe nach oben und verteilt sie im Raum.

Beim Räuchern sind unsere Sinne auf verschiedene Weise angesprochen: Die Nase riecht, nimmt auf, und mit den Augen können wir den feinen Rauch verfolgen und beobachten, wie er in unendlichen, eleganten Spiralen nach oben schwebt und sich langsam auflöst. Dabei kann man wunderbar seinen Geist mitziehen lassen - dem Räucherwerk lauschen, wie man in China zu sagen pflegt.

In vielen Ritualen ist das Räuchern ein wesentlicher Bestandteil. Eine Räucherung ändert, beeinflusst die Atmosphäre eines Raumes bzw. Ortes. Je nachdem, was man erreichen will, sucht man die Räucherung zu dieser Gelegenheit aus. Bezug einer neuen Wohnung (Reinigung), (Ein-)Weihung von Orten oder Gegenständen, Ende oder Beginn eines Lebens-Abschnittes (Transformation, Heilung, Trennung), Dankesbekundungen (Opfer), Einstimmung für ein Vorhaben (Meditation, Stimmungsaufhellung, Beruhigung) - um nur einige Beispiele zu nennen.

tuula

   
© 2004 hexen-online.org