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Räuchermischungen
Es gibt grundsätzlich keine Vorschrift, was man mischen darf und
was nicht. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. In Mischungen
werden die Zutaten so miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt,
dass sie eine ganz neue, zuvor nicht dagewesene Duftrichtung und -wirkung
erzielen. Zu beachten vielleicht: Harze entfalten sich intensiv und anhaltend,
für Anfänger sind Harzverräucherungen deshalb oft zu stark.
Und die meisten getrockneten Kräuter riechen beim Räuchern eher
nur verbrannt, darum sollte man generell etwas Harz (Weihrauch, Dammar,
etc.) beimischen. Allerdings auch nicht zuviel, denn sonst kann sich der
Eigengeruch der Kräuter nicht gegen den Harzgeruch durchsetzen. Es
ist Geschmackssache, ob man die Räuchermischung pulverisiert oder
ob man sie eher grob mischt. Die Mischung wird ausgewogener, je feiner
man die Zutaten zerkleinert. Allein die Auswahl der Zutaten ist oft schon
ein Ritual für sich. Während des Mischens kann man seine Gedanken
oder Intentionen in die Räucherung geben, der Rauch beim Entzünden
wird sie an ihr Ziel tragen.
Hier einfach ein paar Vorschläge
4-Elemente Mischung
je zu gleichen Teilen
Andornkraut für die Erde
Alantwurzel für die Luft
Eisenkraut für das Wasser
Angelikawurzel für das Feuer
(Marduk)
Reinigungsmischung
Je zu gleichen Teilen
Weihrauch
Myrrhe
Salbei
Kampher
(Marduk)
Schutzräucherung
2 Teile Sandelholz
je 1 Teil Benzoe
Wacholder
Weihrauch
(Marduk)
Erdungsräucherung
Je zu gleichen Teilen
Angelikawurzel
Zedernholz
Weihrauch
Dammar
(Marduk)
Spirit of Moonlight (sehr feminime Mischung)
Mischverhältnis nach belieben :-)
etwa je zu gleichen Teilen
Weihrauch
Styrax
Siam benzoe
Sabalfrüchte
(tuula)
Kyphi gegen die Sorgen des Tages
Die berühmteste Räuchermischung der ägyptischen Duftlaboratorien
war das Kyphi. Seine Anwendung war im Lande selbst weit verbreitet, und
die Mischung wurde auch in die gesamte damals bekannte antike Welt exportiert.
Wenn wir heute das Kyphi rekonstruieren wollen, müssen wir ein Rezepet
aus verschiedenen, teilweise unvollständigen Angaben zusammensetzen.
Das beste und berühmteste Kyphi wurde im alten Ägypten im Tempel
von Edfu, der dem Falkengott Horus geweiht war, hergestellt. Die Priesterschaft
von Edfu hat in ihrem Laboratorium im rückwärtigen Teil des
Tempelraumes das Rezept in Hyroglyphen an der Wand festgehalten. Wenn
wir die Aufzeichnungen vergleichen, können wir davon ausgehen dass
im Kyphi auf alle Fälle folgende Zutaten enthalten waren: Weihrauch,
Myrrhe, Zimt, Sandelholz, Zyperngrass, Wacholder, Kalmus, Koriander, Mastix,
Styrax, Rosinen und Wein. Die Herstellung des Kyphi erstreckte sich über
Monate und wurde von Riten und Gebeten begleitet.
Kyphi-Rezeptbeispiel:
1 TL Weihrauch, 1 TL Mastix, 1 TL Zimtpulver, 1 TL Wacholderbeeren, 1
TL Labdanum, 1 TL Rosinen zerstossen, 1-2 TL Rotwein, 1 TL Mhyrre, 1 TL
Kalmuswurzeln, 1 TL Zypressenholzpulver, 1 TL Benzoe, 1 TL Sandelholzpulver,
1 TL Honig zähflüssig bis fest.
Alle Zutaten zerkleinern, gut miteinander vermengen und dann gut verschlossen
midnestens 4-8 Wochen stehen lassen. Prisenweise verwenden! Wenn es zu
flüssig geworden ist, mit 1-3 TL Sandelholzpulver festigen.
Sollte eine Zutat nicht erhältlich sein, kann sie weggelassen werden
oder duch Kardamon oder Galbanum ersetzt werden. Kyphi ist sehr angenehm
und aromatisch und eignet sich hervorragend zum Entspannen, Besinnen,
Anrufen, Reinigen etc.
Wem das zu kompliziert ist, soll uns ne Mail schreiben und Marduks berühmtes
Kyphi bestellen :-)
tuula
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